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Umweltfreundlich Drucken – Tipps für Agenturen

Umweltfreundlich Drucken – Tipps für Agenturen

Klimaschutz ist in aller Munde. Zurecht, wir alle sind schließlich davon betroffen. Nun sind die Wege und Möglichkeiten, klimafreundlich zu handeln, sehr vielfältig. Oft fängt das Umdenken schon bei den kleinen Dingen an. 😉 Beispielsweise beim Anbieten von Printprodukten. Agenturen, die für ihre Kunden Leistungen in Form von ausgedruckten Produkten anbieten, können ihr Handeln in puncto Klimaschutz mit nur wenigen Verhaltensänderungen verbessern.
Wir zeigen euch, wie man ein Projekt mit Druckerzeugnissen angehen könnte/sollte/eigentlich auch müsste:
 

1. Planung: Muss es Print sein?

Etwas ausgedrucktes in den Händen zu halten, ist für den Kunden natürlich immer ein tolles Erlebnis. Je nach Auftrag kann man ein Printprodukt aber auch hinterfragen: Ist es in diesem Rahmen überhaupt sinnvoll? Müssen einmalige Rabatt-Aktionen unbedingt mit einem Flyer angepriesen werden oder kann man an dieser Stelle den Verbrauch einsparen?
Noch ein weiterer Tipp zur Planung: Deadlines realistisch einplanen, denn im überstürzten Arbeiten schleichen sich bekanntlich schnell Fehler ein, die man erst im ausgedruckten Zustand sieht und dann das Produkt neu bestellt: Doppelte Umweltbelastung.
 

2. Format und Umfang


Druckereien können auch gut mit individuellen Formaten arbeiten. Da Papierbögen vom Fachgroßhandel immer in großen Formaten verkauft werden, kann man hier gut berechnen, wie man den Bogen optimal nutzt, um möglichst wenig ungenutztes Papier weg schmeißen zu müssen. Es muss ja nicht immer DIN A4 sein und ungewöhnliche Formate können vielleicht auch die Werbewirksamkeit steigern. Außerdem sollte man an dieser Stelle überlegen, welchen Umfang das Produkt haben soll. Gerade bei Broschüren oder Magazinen kann man durch geschickte Planung sehr einfach Seiten einsparen, wodurch man weniger Ressourcen verbraucht.
 

3. Papierwahl

Eine eindeutige Antwort: Nehmt Recyclingpapier. Dieses ist zu 100% aus Altpapier und allein die Tatsache, dass im Vergleich zu Frischfaser-Papier bei der Herstellung bis zu 60% weniger Energie und 70% weniger Wasser benötigt werden, sollte überzeugen. Achtet auch darauf, dass das Papier mit dem Blauen Engel zertifiziert ist. Wer bei einem Projekt Frischfaser-Papier nicht umgehen kann, sollte zumindest ein Papier wählen, welches vom FSC zertifiziert ist.
 

4. Grammatur

Die Entscheidung für eine Grammatur wird oft schnell gefällt. Dabei kann man hier entscheidend handeln. Denn: Je höher das Papiergewicht, umso mehr Rohstoffe, Energie und Wasser werden hierfür eingesetzt. Also lieber bei der Wahl der Grammatur kurz innehalten und ein geringeres Papiergewicht aussuchen. Wer sich zuvor für ein Recyclingpapier entschieden hat, hat bereits einen wesentlichen Vorteil: Das Papier verfügt in der Regel über ein höheres Volumen, es scheint also weniger durch und so kann man auch mit einer geringeren Grammatur ein blickdichtes Papier verwenden.
 

5. Veredelungen

Kunden sind oft begeistert, wenn ihre Printprodukte mit Veredelungen zusätzlich gestaltet sind. Leider sind viele gar nicht gut fürs Klima! Die beliebten partiellen Lackierungen zum Beispiel, denn es handelt sich hierbei um UV-Lacke, die durch UV-Licht hart werden und sich beim Recycling nicht mehr vom Papier trennen lassen. Auch beidseitige Folienkaschierungen oder ähnliche Veredelungs-Methoden fallen unter klimaunfreundliche Prozesse. Aber keine Sorge, Veredelungen wie Prägungen, Stanzungen oder umweltfreundliche Dispersionslacke gibt es schließlich auch noch.
 

6. Auflage: Weniger ist mehr!

Viele Druckereien machen es uns schwer: Da sind 500 Flyer mehr gerade mal wenige Euro teurer. Natürlich bestellen wir dann 1000 Stück statt 500 und schon haben wir mehr Ressourcen verbraucht, als wir eigentlich wollten. Wenn die Messe-Flyer dann doch nicht alle verteilt wurden, hatten wir wenigstens genug dabei, wären mehr Interessierte da gewesen. Genau an dieser Stelle sollten wir uns aber öfter an die eigene Nase fassen. Bevor wir ein Printprodukt bestellen, sollte nicht nur das verfügbare Budget gecheckt, sondern auch analysiert werden, wie viele Exemplare gebraucht werden: Wie viele potenzielle Abnehmer haben wir, wie viele davon werden das Druckprodukt tatsächlich mitnehmen. Das füllt sich besser an, als am Ende die umsonst gedruckten Produkte wegzuschmeißen.
 

7. Die Wahl der Druckerei

Auch wenn die bekannten Online-Druckereien günstig sind und verlässliche Leistungen bieten, gehört zu einem umweltfreundlichen Druck auch eine umweltfreundliche Druckerei dazu. Da der Begriff „Öko-Druckerei“ nicht geschützt ist und keine Standards erfüllt werden müssen, kann sich jede Druckerei so betiteln, selbst wenn vor Ort nur der Müll richtig getrennt wird. Es ist tatsächlich schwierig, an dieser Stelle Empfehlungen zu geben. Durch eigene Recherche kann man aber herausfinden, ob die Druckerei versucht, möglichst umweltfreundlich zu handeln.
 

8. Klimaneutral verpacken und verschicken

So,nun ist das Produkt bestellt und wir haben uns durch die Fallstricke des klimafreundlichen Druckens gekämpft. Fertig, oder? Nein. Bei der Lieferung der Druckerzeugnisse fallen schließlich auch CO2-Emissionen an. Diese können wir reduzieren, indem wir zum einen direkt an den Kunden liefern und dafür sorgen, dass das Paket zur Lieferzeit angenommen werden kann. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, Produkte klimaneutral verpacken und liefern zu lassen. Dies kann man bei Druckereien anfragen, sofern sie die Möglichkeit nicht direkt anbietet.
 
Fertig? Ja, für den ersten Moment schon, aber klimafreundliches Handeln endet nicht an dieser Stelle und kann in vielen alltäglichen Abläufen besser integriert werden.
 

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Julia Sinner

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