Webdesign

Farbpsychologie im Webdesign – Teil 1: Grundfarben

Farbpsychologie im Webdesign – Teil 1: Grundfarben

Um seine Konversionsrate zu erhöhen, kann man auf verschiedene Mittel setzen: Suchmaschinenoptimierung, Adwords, Email-Kampagnen oder andere Marketingmaßnahmen. Doch auch das Design beeinflusst maßgeblich, ob sich die Konversionsrate positiv oder negativ entwickelt. Dabei gilt es, in der Gestaltung neben einer benutzerfreundlichen Navigation auch weitere Mittel anzuwenden, sodass sich der Benutzer angesprochen fühlt – so zum Beispiel der Einsatz von Farben. Oftmals als eingestaubte Farbenlehre abgetan, sollte sich jeder Designer einer Webseite bewusst zu dieser oder jener Farbe entscheiden.

Wie sich die Farbpsychologie im Webdesign erfolgreich einsetzen lässt, zeigen wir anhand einer Auswahl:

ROT

farbpsychologie_rotRot ist eine sehr intensive und starke Farbe. Mit Rot verbindet man in der westlichen Welt Enthusiasmus, Kraft, Leidenschaft und Begierde. Wir verbinden mit dieser stark emotionalen Farbe zwei fast gegensätzliche Bereiche miteinander: Liebe und Krieg. Rot kann sich sogar auf den Körper auswirken: die Farbe lässt den Blutdruck und die Atemfrequenz ansteigen. So können Gestalter mit Rot bestimmte Elemente besonders hervorheben oder gezielt ein starkes Image transportieren. Die Farbe wird oft in Bereichen wie Gesundheit, Notfalldienste, Sport, Unterhaltung, Mode, Werbung und Marketing verwendet. Doch sollte Rot eher als Akzentfarbe Anwendung finden, denn zu viele Reize können negativ empfunden werden. Gerade in den Bereichen Nachhaltigkeit und Natürlichkeit ist Vorsicht geboten.

 

GELB

farbpsychologie_gelbGelb ist an sich optimistisch, glücklich und fröhlich. Die Farbe stimuliert das Gehirn und weckt unsere Aufmerksamkeit. Gleichzeitig kann Gelb aber auch negativ empfunden werden: als Warnsignal, Zeichen von schlechter Qualität oder Betrug. Gerade bei großflächigen Elementen kann Gelb den Betrachter überfordern, denn die Farbe wirkt bei längerem Hinsehen überreizend. Daher sollte Gelb nur sparsam verwendet werden, um den Blick auf bestimmte Elemente zu richten oder zu Aktionen zu animieren. Ein positives Beispiel hierfür ist die Webseite von DHL. So wird die Hausfarbe hier nicht großflächig genutzt, so dass die Webseite weitaus ruhiger und harmonischer empfunden wird.

 

BLAU

farbpsychologie_blau

Blau steht für Vertrauen, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Kompetenz, Qualität, Ruhe und Sicherheit. Ob als Farbe des Meeres oder des Himmels sind wir ständig von Blau umgeben. Vielleicht wird gerade daher Blau im Oberflächen-Design verwendet. Dabei wirken helle Blautöne auf den Betrachter erfrischend und unbefangen. Dunkle Blautöne stehen für Stabilität und Stärke. Um Verlässlichkeit und Vertrauen zu suggerieren, verwenden daher verschiedene Versicherungen, Banken oder Online-Bezahldienste die Farbe Blau. Dennoch wird abgeraten, Blau allzu großzügig einzusetzen, denn Blau kann auch eine gewisse Kälte ausstrahlen.

 

SCHWARZ

farbpsychologie_schwarz

Schwarz als Nichtfarbe verkannt ist die vermutlich stärkste Farbe, denn Schwarz zieht sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich, gerade wenn textliche Inhalte und Ideen transportiert werden sollen. Um nochmals hervorgehoben zu werden, wird Schwarz oft mit einer helleren Hintergrundfarbe hinterlegt. Die Farbe zeugt von Macht, Kraft, Exklusivität, Eleganz und Autorität. Schwarz kann aber auch mit Tod und Mysterium in Verbindung gebracht werden. In der Regel wird Schwarz bei der Vermarktung von Luxusartikeln, Kosmetika, Mode und Lifestyle eingesetzt. Dabei wird die moderne und elegante Wirkung von Schwarz ausgenutzt. Viele Modemarken wie Kaviar Gauche setzen auf die zeitlose Farbe Schwarz, um ein edles und bleibendes Image zu transportieren. Allerdings gilt auch hier, die Farbe dezent einzusetzen, denn großflächiges Schwarz kann auf den Betrachter zu düster und bedrohlich wirken.

WEISS

farbpsychologie_weiss

Weiss ist rein, sauber, neutral und verleiht ein Gefühl von Sicherheit. Weiss ist sehr positiv besetzt und wird besonders mit Gesundheit und Innovation assoziiert. So ist die Farbe gerade bei Krankenhäusern und anderen Insitutionen der Gesundheitsindustrie beliebt. Im Design von Webseiten tritt Weiß oft als Sekundärfarbe in Erscheinung – besonders im Hintergrund, um andere Farben hervorzuheben. Unterschiedliche Suchmaschinen halten ihre Webseiten gerne in Weiß, um möglichst wenig vom Zweck der Webseite abzulenken. Außerdem zeugt großzügiger Weißraum im Design oftmals von Exklusivität und Minimalismus.

Mit Blick auf die Grundfarben und die beiden neutralen Farben Schwarz und Weiß lässt sich bereits erkennen, dass das Wissen um die Wirkung von Farben gezielt Einfluss auf die Konversationsrate nehmen kann. Abhängig vom Ziel und Image eines Unternehmens ist die Farbgebung immer eine individuelle Frage, die die im Design nicht vernachlässigt werden sollte. Im zweiten Teil unseres Artikels widmen wir uns den Sekundärfarben und deren Wirkung.

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Julia Sinner

Hallo, ich bin Julia und unterstütze das Team der Klickkomplizen seit 2017 im Bereich Web- und Printdesign. Ich habe ein Faible für typografische Feinheiten und bin überzeugt von Design, das konzeptionell durchdacht und ästhetisch vollendet ist.

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