Taboola – Die Content-Empfehlungs-Plattform

Taboola – Die Content-Empfehlungs-Plattform

Was im ersten Moment wie ein kommunikatives Gesellschaftsspiel klingt, ist in Wirklichkeit das clevere Produkt eines israelischen Unternehmens. Du bist dir sicher, noch nie mit Taboola in Berührung gekommen zu sein? Lass dich vom Gegenteil überzeugen und erfahre hier alles Wissenswerte über Taboola.

Taboo-was?

Taboola ist ein israelisches Unternehmen, welches bereits 2007 von Adam Singolda gegründet wurde. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen weltweit über 1.000 Mitarbeiter:innen in 18 Büros. Bei Taboola handelt es sich um eine reine Empfehlungs-Plattform für Content. Zu Beginn ausschließlich für Video-Content, inzwischen jedoch auch für Texte und User-generated Content.

Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit Taboola: Werbetreibende (Advertiser genannt) können sich Werbeplätze einkaufen, Webseiten-Betreiber:innen (Publisher genannt) können Werbefläche anbieten. Das ist auch der USP der Plattform: sowohl Publisher (durch  Monetarisierung), als auch Advertiser (durch Werbemöglichkeiten) profitieren.

Das Konzept scheint aufzugehen: Ungefähr 450 Milliarden Artikel werden monatlich über Taboola an 1.4 Milliarden Webseiten-Besucher:innen empfohlen (Quelle).

Wie funktioniert Taboola?

Die Funktionsweise von Taboola ist denkbar einfach. Webseiten mit redaktionellen Beiträgen stellen Taboola Fläche auf ihrer Homepage zur Verfügung. Taboola bespielt diese Fläche anschließend clever mit einem, in Boxen angeordneten, Feed aus weiterführenden Leseempfehlungen und Werbung. Das funktioniert individuell angepasst an die jeweiligen Besucher:innen der Homepage durch einen Algorithmus, der im Hintergrund arbeitet.

Beispielbild eines Taboola-Feeds

Beispielbild eines Taboola-Feeds. | Quelle: Bild.de

Daraus ergeben sich mehrere Szenarien: Besucher:innen klicken entweder

  1. auf weiteren Content der Webseite und bleiben so dem Publisher als vermarktbarer Werbekontakt erhalten,
  2. oder auf Werbung und verlassen damit die Webseite.

Beides ist lohnend für die Publisher. Im ersten Fall bleiben User:innen der Webseite als vermarktbarer Werbekontakt erhalten. Im zweiten Fall geht der Link raus und kostet damit den Werbetreibenden Geld, welches wiederum zwischen Publisher und Taboola aufgeteilt wird. Taboola verdient dementsprechend Geld über den Verkauf der „Werbe- und Artikelflächen“ in den Boxen.

Fakten zu Taboola

Zum Abrunden unseres Taboola-Exkurses ein paar Fakten zur Plattform und der Werbemöglichkeit:

  • Taboola erreicht laut eigener Aussage 44,5 % der Internetnutzer:innen weltweit (Quelle).
  • Das Partner:innennetzwerk besteht aus über 100.000 Publishern und Vermarktern.
  • Taboola ist geeignet für alle Phasen des Marketing-Funnels.
  • Platzierte Inhalte können nahezu alles sein: Nachrichten, aktuelle Informationen, Produktvorstellungen oder etwas Unterhaltsames.
  • Die konkrete Auswahl einer Zielgruppe ist möglich.
  • Abgerechnet werden die Platzierungen meistens über Cost per Click.
  • Laut Taboola können bereits mit einem Budget von 50 bis 100 US-Dollar pro Tag gute Ergebnisse erzielt werden (Quelle).
  • Die beiden beliebtesten Werbethemen bei Taboola sind Finanzen und Fitness.

Wer unkompliziert austesten möchte, wie die eigene Werbung im Taboola Feed aussehen würde, kann das hier ausprobieren.

Beispielbild: So könnte deine Anzeige im Taboola-Feed aussehen. | Quelle: Taboola Demo

Beispielbild: So könnte deine Anzeige im Taboola-Feed aussehen. | Quelle: Taboola Demo

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass Taboola mit seiner Grundidee der Content-Empfehlung nicht der einzige Teilnehmer am internationalen Markt ist. Es gibt natürlich auch andere Anbieter, wie beispielsweise Outbrain.

Lohnt sich Taboola für mich?

Der Gründer selbst bezeichnete das Prinzip seines Unternehmens vor ein paar Jahren als „umgedrehte Google-Suche“: Nutzer:innen werden durch Taboola Inhalte vorgeschlagen, von denen sie gar nicht wussten, dass sie sie suchen. Das erinnert sehr stark an Google Display Ads und insbesondere Facebook – dem größten Konkurrenten von Taboola.

Das Logo von Taboola

Das Logo von Taboola

Hier liegt auch der Knackpunkt in der Betrachtung. Für Publisher kann das Einbinden von Taboola durchaus lukrativ sein. Nicht nur hinsichtlich des finanziellen Aspekts, sondern auch zur Generierung von zusätzlichem Traffic auf der eigenen Seite.

Ob sich die Verwendung von Taboola aus Sicht des Advertisers lohnt, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Jedoch eignet sich die Plattform unbestreitbar zum Generieren von Aufmerksamkeit. Die User:innen werden dabei gezielt im „Moment of Next“ abgeholt. Das heißt, neuer Content wird in dem Moment platziert, wenn User:innen in einem Zustand erhöhter Aufmerksamkeit sind und gleichzeitig offener für neue Botschaften, Dienstleistungen oder Produkte. Damit lassen sich möglicherweise auch User:innen abholen, die sonst nicht über klassische Werbung erreicht werden. Zudem kann plattformübergreifend geworben werden und damit auch User:innen erreicht werden, die beispielsweise nicht auf Plattformen, wie Facebook, vertreten sind. Insgesamt sind also die eigenen Zielstellungen und Voraussetzungen entscheidend dafür, ob sich Taboola als zusätzlicher Werbekanal eignet.

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Caro

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