Social Media und WIIFM (What is in for me?)

Social Media und WIIFM (What is in for me?)

Social Media Strategien und Maßnahmen beginnen sich zu verbessern. Viele Agenturen und Unternehmen beginnen zu begreifen, dass hier ein Wandel vom Monolog zum Dialog stattfindet und einige begreifen sogar schon, dass Social Media kein zusätzlicher Marketingkanal ist, der mit PR-BlaBla gefüllt werden sollte. Eine Frage, die sich jeder Nutzer, auch der im Social Media Dialog, jedoch häufig stellt, wird oft von den Marketing Verantwortlichen vergessen: “What is in for me?”

Schließlich fragt man den Einzelnen ja danach, mit Hilfe seines „Likes“ oder „Retweets“ sein soziales Kapital (in Form von Facebook Freunden, Followers usw.) zu benutzen, um die eigene Botschaft zu teilen und zu verbreiten. Manchmal funktioniert das ganz gut und aus dem eigenen Willen der Nutzer heraus, wichtige, witzige oder absolut brandneue Informationen weiterzugeben und zu teilen. Das passiert aber nur bei einem relativ geringen Prozentsatz an Informationen und für ein einzelnes Unternehmen auch meist nicht über einen langen Zeitraum von Monaten oder vielleicht auch Jahren.

Im Moment funktioniert das „Engagment“ der Kunden bei den meisten Unternehmen, die im Social Web unterwegs sind, noch so: Sie posten einen bestimmten Content (meist ein Gewinnspiel, Verlosung o.Ä.) und die Fans, Follower und Kunden sollen Folgendes tun a) einen Tweet an die Twitter Follower absetzen b) Facebook Status updaten und „gefällt mir“ klicken c) im eigenen Blog darüber schreiben; oder d) Foto bei Flickr oder Video bei Youtube hochladen und (mit)teilen. Folge ich nun als einzelner Nutzer etwa 500 dieser Unternehmen, wird es schnell extrem unübersichtlich und nervig, immer wieder animiert zu werden, an diesen Ausschreibungen teilzunehmen (meist mit nur geringen Gewinnchancen). Es ist wie die Flut an Postsendungs-Gewinnspielen im Briefkasten – irgendwann landen sie im Müll, bevor sie überhaupt die Wohnungstür erreichen. Das Social Media Rauschen wird für den Nutzer zum anstrengenden Lärm und er stellt sich bald wieder die Frage: “So, what’s in for me?” Dass „Push-Marketing“ im Social Media Bereich nicht lange funktioniert (oder nur selten) ist nichts Neues und wird langfristig nicht zum Erfolg führen. Man sollte WIIFM auch nicht grundsätzlich als materiellen Wert betrachten, den der User erhält.

So, what is in for the other guy?

Als Social Media Marketingverantwortlicher sollte man also nicht nur lernen, einen Dialog mit seinen Kunden, Fans und Followern einzugehen, sondern dabei immer einen der Schlüsselsätze der Kommunikation im Hinterkopf haben. Wenn man jemanden dazu motivieren will, etwas zu tun, sollte man außerhalb seines eigenen Lebens, Unternehmens und der eigenen Strategie denken. Nicht: Wie erreiche ich, dass die Leute interagieren?, sondern: Was ist drin für den Anderen? Man sollte sich in die Lage des Gegenüber versetzen und dann genau erklären, warum man mit dem Unternehmen interagieren sollte (oder warum man am Gewinnspiel teilnehmen sollte) und das außerhalb der „dann kannst du ein IPhone gewinnen“ – Ansage. Denn dauerhafte Social Media Interaktion erhält man nicht durch kurzfristige Preisausschreiben.

Ein Beispiel für eine klare WIIFM Strategie zeigt die Airline Delta. Sie verfügt über unterschiedliche Twitter Accounts mit unterschiedlichen strategischen Ausrichtungen. Bei einem ist WIIFM besonders gut zu erkennen @delatassist.

Biographie – We’re listening around the clock, 7 days a week. We try to answer all tweets but if you require a response pls visit www.delta.com/talktous or call 800-221-1212

Fazit: “What is in for me?” sollte nicht die vorrangige Frage im Social Media Marketing eines Unternehmens sein, jedoch sollte man sich diese Frage gestellt haben. Und  möglichst eine Antwort darauf finden, bevor ein Anderer dem eigenen Kunden diese Frage beantwortet.

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