Ausblick Facebook Jobs und Facebook Jobanzeigen 2022

Düstere Zeiten brechen für die Rekrutierung auf Facebook und Instagram an! Nachdem seit Dezember 2021 alle Job Ads auf Facebook als solche gekennzeichnet werden müssen und damit viele Targetierungsmöglichkeiten komplett entfallen, wird nun ab Februar 2022 auch Facebook Jobs eingestellt. Was kann ich als Rekruiter:in denn aber noch tun auf Facebook? Welche Möglichkeiten habe ich, um Stellen aktiv über Instagram oder Facebook zu besetzen?

Jobs auf Facebook & Job-Gruppen

Ab dem 22.02.2021 treten folgende Änderungen bei Facebook in Kraft:

  • Job Gruppen gibt es als Kategorie nicht mehr, die Gruppen werden umgestellt, auf die Kategorie „Allgemein“
  • Es wird keine kostenlosen Jobanzeigen mehr mittels einer Partnerintegration mit der Facebook Jobs API geben
  • Das Feature „Jobs auf Facebook“ wird deaktiviert (außer in den USA und Kanada, hier allerdings nur Desktop)

Kostenfreie Möglichkeiten auf Facebook Stellenanzeigen zu posten bleibt also dann ausschließlich über die eigene Facebook- bzw. Instagram Seite, in den Storys oder Reels.

Facebook Werbeanzeigen für Jobs


Hier haben sich 2021 wohl die größten Änderungen ergeben. Fakt ist: Facebook geht strikt gegen Diskriminierung bei den Jobanzeigen vor. Was an sich natürlich absolut unterstützenswert ist. Allerdings hat Facebook mit der Beschränkung der Interessenskategorien auch einen großen Teil der Möglichkeiten genommen, eine gewissen Berufssparte ohne große Streuverluste anzusprechen. Dieses Rekrutierungs-Wunderland gehört der Vergangenheit an. Übrigens, neben direkten Stellenanzeigen gehören auch Praktika, Weiterbildungs- bzw. Zertifizierungsprogramm und Jobmessen in diese Kategorie.

  • Stellenanzeigen müssen seit Dezember 2021 direkt als solche im Werbeanzeigenmanager kategorisiert werden. Auch bereits laufende Ads werden nachträglich abgelehnt und müssen geändert werden
  • Targetierung nach GESCHLECHT und ALTER sind nicht mehr möglich
  • Regionale Beschränkungen der Werbeanzeigen funktioniert noch, mit Ausnahme von Postleitzahlen (Pin und Umkreis geht aber beispielsweise noch). Meist muss der Umkreis 15 km und mehr betragen (wir haben festgestellt, Facebook sagt 15 km, die Anzeige wird aber meist erst bei 25 km Radius akzeptiert).
  • Die Interessenskategorien sind stark eingeschränkt bzw. entfallen komplett. Sie können auch nicht ausgeschlossen werden.
  • Es gibt keine Lookalike Audiences mehr, diese nennen sich dort Special Ad Audience. Eine Special Ad Audience ist de facto eine diskriminierungsfreie Lookalike Audience, bei der Geschlecht, Alter, Postleitzahl oder andere ähnliche Kategorien nicht berücksichtigt werden.
  • Lead Ads dürfen weiterhin geschaltet werden, jedoch unter der Berücksichtigung, auch hier sensible Daten wie Geburtsdatum, Geschlecht oder Adresse nicht abzufragen.

Die Streuverluste für Jobanzeigen dürften damit deutlich zunehmen und es wird mehr denn je wichtig, die Zielgruppe zumindest mit den Creatives richtig anzusprechen. Hier kann auch viel getestet werden, beispielsweise mit einem Employer Branding Video im ersten Schritt und einer Custom Audience daraus im zweiten, die mit dem speziellen Jobanagebot angesprochen wird.

 

Fazit: Facebook verspricht, dass der Algorithmus uns dennoch die richtigen Personen für unseren Job findet. Extrem erschwert wird uns aber hier die Targetierung von Nutzer:innen, die NICHT aktiv auf Jobsuche sind, aber vielleicht dennoch von einem Jobangebot überzeugt werden könnten.

Employer Branding und Active Sourcing werden daher wohl auch 2022 immer wichtiger in der Rekrutierungsstrategie der Unternehmen. Wir müssen sichtbar sein. Auch macht es sich hier wieder einmal bezahlt, sich in der Rekrutierungsstrategie divers aufzustellen und nicht ausschließlich auf einzelne Plattformen zu setzen.

 

 

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