Cybergrooming – Klickkomplizen klären auf

So gerne und alltäglich wir die Social Media auch nutzen, die Netzwerke haben auch eine dunkle Seite. Denn immer wieder machen Kinder und Jugendliche auch negative Erfahrungen. Und besonders in den Zeiten der Corona-Pandemie hat sich noch mehr in die sozialen Netzwerke und Messenger-Dienste verlagert.

Besonders für Kinder und Jugendliche laufen soziale Kontakte oft über Social Media, Chats oder Online-Spiele ab. Der Kontakt zu Unbekannten wird damit für viele zum Alltag. So kann es schnell passieren, dass Kinder und Jugendliche schnell in Kontakt mit Personen kommen, die zwielichtige Absichten haben und sich Gespräche zu Fällen von Cybergrooming entwickeln.

 

In Zeiten des Internets und der Smartphones ist Cybergrooming zu einem präsenten und ernstzunehmenden Thema geworden, mit welchen auch wir uns schon seit gewisser Zeit auseinandersetzten. Mit diesem Blogbeitrag wollen wir eine Sensibilisierung für das Thema schaffen und darüber aufklären, was Cybergrooming ist, worin die Gefahr liegt und wie man sich davor schützen kann.

 

Bildmaterial:AdobeStock – Bildmontage: Klickkomplizen

 

Was versteht man unter Cybergrooming?

Cybergrooming ist das gezielte Ansprechen Minderjähriger über das Internet, mit dem Ziel, sexuelle Kontakte anzubahnen. Dies passiert oft anonym oder unter falschen Namen. Cybergrooming ist als Form des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in Deutschland verboten. Strafbar dabei ist schon nur die Kontaktaufnahme, mit der Absicht zu sexuellen Handlungen.

 

Wie gehen die Täter:innen vor?

Die Strategien der Täter:innen sind oft sehr ähnlich: Über Komplimente und Aufmerksamkeiten versuchen Täter:innen sich schnell das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen zu erschleichen und sie emotional an sich zu binden. Schnell werden sie in sexuelle Gespräche verwickelt und zu sexuellen Handlungen gedrängt.

Täter:innen erstellen dafür sogenannte Fake-Profile über Social Media, Chats, Online-Spiele, oder andere vermeintlich harmlose Plattformen, welche den Kindern und Jugendlichen suggerieren sollen, mit einem Gleichaltrigen Kontakt zu haben. Nach nur kurzer Zeit wird versucht auf privatere Kommunikationswege, z.B. per WhatsApp Messenger und Videochat, auszuweichen. Die Kinder und Jugendliche sind somit jederzeit für Täter:innen erreichbar. Nach nur kurzer Zeit werden sie gedrängt Nacktbilder und Videos zu schicken oder sich für ein Treffen zu verabreden. Es werden weitere Bilder gefordert oder damit gedroht, die bereits erhaltenen zu veröffentlichen. Die Kinder und Jugendlichen werden regelrecht erpresst und sind den Täter:innen hilflos ausgeliefert. Aus Scham, bloßgestellt zu werden, trauen die Betroffenen sich weder den Kontakt einzustellen noch sich ihren Eltern anzuvertrauen.

 

Wer sind die Täter:innen?

Cybergrooming Täter:innen sind meistens männlich und ein großer Teil hat eine pädosexuelle Orientierung. Täter:innen haben wenig Mitgefühl mit ihren Opfern. Man geht davon aus, dass sie sich in realen Kontakten und Beziehungen oft unsicher fühlen und darum lieber in die Online-Welt eintauchen. Bei den Täter:innen kann es sich jedoch auch um Professionelle handeln, die materielle Interessen durch Herstellung und Vertrieb von Kinderpornografie verfolgen.

 

Wie schütze ich Kinder und Jugendliche?

Das wichtigste, um Kinder und Jugendliche vor Cybergrooming zu schützen, ist eine frühzeitige Aufklärung. Hierbei sind eine permanente Überwachung und Verbote jedoch nicht die richtigen Ansätze. Es ist besonders wichtig, dass Eltern ihren Kindern deutlich machen, dass diese jederzeit mit Problemen zu ihnen kommen können. Oftmals fällt es den Kindern und Jugendlichen aber auch leichter, zuerst mit anonymen Ansprechparter:innen über solche Themen zu sprechen. Für solche Fälle gibt es zahlreiche Hilfs- und Beratungsangebote im Internet. Außerdem sollten persönliche Daten, wie Handynummer und Wohnort nicht an Fremde weitergegeben werden. Denn umso mehr die Kinder und Jugendlichen öffentlich über sich preisgeben, desto einfacher gestaltet sich die Kontaktaufnahme für Täter:innen.

 

Bildmaterial:AdobeStock – Bildmontage: Klickkomplizen

 

Was tun, wenn mein Kind von Cybergrooming betroffen ist?

Falls Eltern mitbekommen, dass ihre Kinder Opfer von Cybergrooming geworden sind, ist es wichtig ruhig und einfühlsam mit ihrem Kind zu sprechen. Zusätzlich ist es wichtig, den Kindern und Jugendlichen zu verdeutlichen, dass sie selbst keine Schuld trifft. Schuldzuweisungen helfen hier nicht! Beweise per Screenshot können dabei helfen, die Verstöße dem Betreiber der Plattform zu melden und um eine Anzeige bei der Polizei gegen die Täter:innen zu erstatten. Über das „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“, unter der Nummer: 0800 – 22 55 530, können Betroffene, Kinder sowie Eltern, jederzeit kostenlos und anonym um Hilfe bitten.

 

Mehr Infos und Anlaufstellen für Cybergrooming:

Im Internet gibt es zahlreiche Anlaufstellen für Cybergrooming. Wir haben hier einige für euch aufgelistet:

 

www.klicksafe.de

www.polizeifürdich.de

www.147.ch/de

www.internet-abc.de/kinder/surfschein

 

Eine Checkliste für Anzeichen von Cybergrooming findet man hier: www.juuuport.de/ratgeber/cybergrooming

 

Auch wenn dieses ein sehr unschönes Thema ist, finden wir es um so wichtiger über diese Problematik zu sprechen und aufmerksam zu machen. In Kooperation mit SEICpro haben auch wir ein kleines Projekt auf die Beine gestellt. Dazu erzählen wir euch jedoch mehr in einem weiteren Blogbeitrag zu diesem Thema.

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